
Bones verlassen Fairford –
Eines der größten Bomber Deployments der jüngeren Geschichte endet
Eines der größten Bomber Deployments der jüngeren Geschichte endet
12.10.2026
Am Sonntag, den 4. Oktober, verließen die letzten zwölf Rockwell B-1 Lancer die RAF Fairford. Nach ungefähr sieben Monaten endet damit das Bomber Deployment für die Operation Epic Fury, an dem insgesamt 29 Bomber teilnahmen. Damit gehörte dieses Deployment zu den größten seiner Art und kann durchaus mit den Verlegungen im Rahmen des Irakkriegs 2003 oder der Operation Allied Force 1999 verglichen werden.
Am 28. Februar 2026 starteten die USA gemeinsam mit Israel unter dem Namen Operation Epic Fury einen Angriff auf den Iran, bei dem unter anderem massive Luftangriffe auf das Land durchgeführt wurden. Der Einsatz strategischer Bomber begann zunächst mit den Tarnkappenbombern B-2 Spirit, die ihre Missionen direkt aus den USA flogen und nonstop wieder zurückkehrten. Auch die B-1 beteiligten sich ab dem Folgetag an diesen Einsätzen.
Ab dem 6. März änderte sich dieses Muster: Die ersten B-1 Lancer landeten im Anschluss an ihre Mission in Fairford und markierten damit den Beginn dieses Deployments. Diese Vorgehensweise, Missionen aus den USA mit anschließender Landung und Verbleib in Fairford zu fliegen, konnte in den folgenden Tagen immer wieder beobachtet werden. So wurde die Task Force in Großbritannien Schritt für Schritt aufgebaut.
Eine Besonderheit stellte die Mission am 8. März dar, bei der drei B-1 aufgrund der Wetterlage in Fairford nach Ramstein ausweichen mussten und Ramstein erst am Folgetag in Richtung UK verließen. Am selben Tag griffen auch die ersten B-52 in das Geschehen ein, die im Anschluss ebenfalls in Fairford landeten. Auf diese Art und Weise sammelten sich bis zum 13. März sechs B-52 und zwölf B-1 in Fairford. Weitere drei B-1 sowie zwei B-52 verlegten am 26. bzw. 28. März direkt aus den USA, wodurch die Anzahl der Bomber in Großbritannien bis Ende März auf 23 anstieg.

Einsätze aus Fairford

Ab dem 10. März begannen die Einsätze direkt aus Fairford, zunächst mit B-1 und einige Tage später auch mit B-52. Mit umfangreicher Tankerunterstützung, unter anderem aus Mildenhall, Ramstein, Chania und Tel Aviv, wurden mehrfach täglich direkte Missionen in den Nahen Osten geflogen. Auch der logistische Aufwand dieser Operation war enorm. Beinahe täglich landeten C-130 Hercules aus Ramstein und versorgten die Bomber mit nahezu allem, was für den Einsatz benötigt wurde.
Im April einigten sich die USA und Iran auf einen ersten Waffenstillstand, sodass auch die Bombermissionen zunächst deutlich zurückgingen und schließlich fast ausschließlich lokale Trainingsmissionen geflogen wurden. Ungefähr zur gleichen Zeit führte dieses Bomber Deployment auch dazu, dass das alljährlich in Fairford stattfindende Royal International Air Tattoo im Juli abgesagt wurde.
Mitte Juni wurden noch einmal einige Maschinen ausgetauscht und zwei neue B-52 sowie drei neue B-1 kamen zum Deployment. Gerade die beiden neuen B-52 sind dabei relativ bemerkenswert, da der gesamte B-52-Anteil zum 1. Juli abgezogen wurde und die beiden besagten Maschinen nur gut zwei Wochen in Fairford verweilten, ohne einen einzigen scharfen Einsatz zu fliegen.
Ein ähnliches Muster ließ sich einige Zeit später auch beim B-1-Anteil beobachten. Eine einzelne B-1 landete am 28. September in Fairford und verließ gemeinsam mit den restlichen Bombern die Basis nur sechs Tage später wieder in Richtung USA.
Kurzfristiger Abzug nach Sicherheitsbedenken
Der kurzfristige Abzug der verbliebenen B-1 am 4. Oktober hatte allerdings einen besonderen Hintergrund. Nur wenige Tage zuvor waren im Umfeld von RAF Fairford mehrere Personen im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Anschlagsplan festgenommen worden. Nach Angaben britischer Behörden bestand dabei ein möglicher Bezug zu einer Bedrohung des Flugplatzes. In der Folge kehrten sämtliche noch in Fairford stationierten US-Bomber innerhalb kurzer Zeit in die USA zurück.
Das Pentagon und das US European Command bestätigten die Rückverlegung gegenüber Air & Space Forces Magazine, machten zu den konkreten operativen Hintergründen jedoch keine weitergehenden Angaben. Gleichzeitig wurde betont, dass die B-1, B-2 und B-52 auch von ihren Heimatstützpunkten in den USA aus in der Lage seien, weltweit Präzisionsschläge durchzuführen.
Damit endete das Deployment letztlich deutlich kurzfristiger, als es aufgrund der zuletzt überwiegend von Trainingsflügen geprägten Präsenz zu erwarten gewesen wäre. Die letzten zwölf B-1 verließen Fairford am 4. Oktober innerhalb eines einzigen Tages.
Letztlich flogen die B-52 zusammen 26 und die B-1 70 Combat Sorties. Rekordhalter waren dabei die 61-0035 „Witches Brew“ mit sechs Missionen sowie die 86-0108 „Alien with an Attitude“ mit acht Sorties.

Eines der größten Deployments in der Geschichte Fairfords?

Ob es sich bei dem Einsatz damit tatsächlich um das größte Bomber Deployment seiner Art in Fairford handelte, ist abschließend allerdings schwer zu sagen und hängt von den zugrunde gelegten Kriterien ab. Wenn man die öffentlich auffindbaren Informationen zu den größten Verlegungen dieser Art nach Fairford – den Irakkriegen 1991 und 2003, der Operation Allied Force 1999 und dem aktuellen Einsatz – gegenüberstellt, scheint der aktuelle Einsatz zumindest die meisten Maschinen gleichzeitig nach Fairford gebracht zu haben und am längsten gedauert zu haben.
In Bezug auf die Combat Sorties liegt er allerdings deutlich hinter der Operation Allied Force zurück, bei der in nur etwa vier Monaten mehr als 250 Missionen geflogen wurden. Gleichzeitig zeigt gerade der Vergleich mit den vergangenen Einsätzen, welche besondere Dimension das diesjährige Deployment hatte: Rund zwei Dutzend strategische Bomber waren zeitweise gleichzeitig in Fairford stationiert, insgesamt wurden 29 verschiedene B-1 und B-52 im Verlauf des Deployments erfasst und die Präsenz erstreckte sich über rund sieben Monate.
Fairford war damit über einen ungewöhnlich langen Zeitraum ein wichtiger Ausgangspunkt für die amerikanischen Bomberoperationen gegen den Iran. Die Basis ermöglichte es den USA, die Flugzeiten zu den Einsatzgebieten im Nahen Osten gegenüber Missionen aus den Vereinigten Staaten erheblich zu reduzieren und gleichzeitig eine beträchtliche Bomberstreitmacht in Europa vorzuhalten. Dass dieses Deployment nun aufgrund einer veränderten Sicherheitslage innerhalb eines Tages beendet wurde, unterstreicht zugleich, wie eng die Nutzung von Fairford mit der jeweiligen strategischen Lage verbunden war.
Dieser Artikel basiert vollständig auf öffentlich zugänglichen Informationen, zu großen Teilen auf den Posts der britischen X-Kanäle @MATA_osint und @DefenceGeek. Diese haben mit ihrem Team über den Zeitraum des Einsatzes insgesamt 255 Einsatz- und Trainingsflüge verfolgt.
US Bombers at Fairford - That's all Folks! #IranWar Just over 7 months after they began arriving at RAF Fairford (EGVA), the last of the 29 US Air Force bombers deployed to the base have gone home. Over the coming weeks I'll release more of the in-depth data collected by MATA team members since March, but for now - a tribute to the aircraft that have dominated the skies over the south-west of England in the largest US overseas bomber deployment to Europe we'll likely ever see. 255 missions tracked - combat and training #OSINT @MATA_osint
— DefenceGeek 🇬🇧 (@DefenceGeek) October 4, 2026
Text: Marc Rosenkranz
Bilder: Marc Rosenkranz
