
16+01 kehrt zurück nach Deutschland – zumindest teilweise
22.10.2026
Gut zehn Jahre lang gehörte der Airbus A340-300 mit der taktischen Kennung 16+01 und dem Namen „Konrad Adenauer“ zu den Aushängeschildern der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung. Gemeinsam mit ihrer Schwestermaschine 16+02 war die Maschine als eine Art „deutsche Air Force One“ weltweit unterwegs, wenn hochrangige Regierungsvertreter Deutschland im Ausland vertraten.
Nun kehrt zumindest ein Teil des ehemaligen Regierungsfliegers nach Deutschland zurück. Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr am Flugplatz Berlin-Gatow erhält ein rund 30 Meter langes Rumpfsegment, das künftig Teil der Dauerausstellung werden soll. Wie Lufthansa Technik bekanntgab, umfasst das Teilstück das Cockpit sowie einen Teil der Regierungskabine. Nach dem Transport aus Spanien soll das Segment in Berlin künftig als Teil der Dauerausstellung auch für Besucher begehbar sein.
Vom Passagierflugzeug zum Regierungsflieger
Die 16+01 (MSN 274) stand ursprünglich nicht im Dienst der Bundeswehr. Das Flugzeug wurde 1999 bei Airbus in Toulouse als ziviler A340-300 gebaut und absolvierte am 28. April desselben Jahres seinen Erstflug unter der Testregistrierung F-WWJI. Im darauffolgenden Monat wurde die Maschine als 2.000. an einen Kunden ausgeliefertes Airbus-Flugzeug an die Lufthansa übergeben und erhielt den Namen „Leipzig“.
In den folgenden zehn Jahren transportierte der Airbus Passagiere von den Drehkreuzen München und Frankfurt aus zu Zielen in aller Welt. Ab 2009 wurde die Maschine bei Lufthansa Technik umfassend zur Regierungsmaschine umgebaut und mit einer VIP-Kabine ausgestattet. Nach entsprechenden Testflügen zwischen Januar und März 2011, bei denen sie die Kennung 98+47 trug, wurde sie offiziell von der Flugbereitschaft übernommen. Sie erhielt ihre endgültige militärische Kennung 16+01 und den Namen „Konrad Adenauer“.
Insbesondere in den letzten Jahren ihres Dienstes machten technische Probleme immer wieder Schlagzeilen. Die beiden A340 galten in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend als unzuverlässig. Dabei ist allerdings auch zu berücksichtigen, dass die Flugbereitschaft lediglich über zwei Maschinen dieses Typs verfügte. Ein kurzfristiger Austausch des eingesetzten Flugzeugs, wie er bei zivilen Fluggesellschaften bei technischen Defekten häufig möglich ist, war dadurch nicht immer gewährleistet. Hinzu kam das zunehmende Alter der Flugzeuge.
Schließlich fiel die Entscheidung, die beiden A340 durch drei werksneue Airbus A350 zu ersetzen. Im April 2022 ging der Name „Konrad Adenauer“ auf den neuen A350 mit der Kennung 10+01 über. Die alte 16+01 blieb zunächst noch in Köln und stand weiterhin als Reserve zur Verfügung, bis auch die zweite A350, die 10+02, einsatzbereit war.
Ihren letzten Flug absolvierte die ehemalige Regierungsmaschine am 15. Mai 2024. Von Köln aus ging es nach Teruel in Spanien, wo der Airbus bei Lufthansa Technik zur Gewinnung von Ersatzteilen zerlegt wurde. Ein rund 30 Meter langes Rumpfsegment mit Cockpit und Regierungskabine blieb jedoch erhalten und wird nun seinen Weg ins Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Berlin-Gatow antreten. Damit bleibt zumindest ein Teil eines Flugzeugs erhalten, das über Jahre hinweg das Bild der deutschen Regierungsfliegerei prägte.

Mitarbeiter von TARMAC bei den Trennarbeiten
Foto: Lufthansa Technik

Das Oberteil wird vom übrigen Rumpfteil abgetrennt
Foto: ITO-Logistics

Verpacktes Rumpfteil, fertig für den Transport zum Hafen nach Castellòn
Foto: ITO-Logistics
Text: Marc Rosenkranz

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