
E-006 in ihrer letzten Sonderlackierung beim Royal International Air Tattoo in Fairford
Dänen verabschieden F-16
29.01.2026
Nach über 45 Dienstjahren verabschiedeten die dänischen Luftstreitkräfte am Sonntag, den 18. Januar 2026, auf dem Fliegerhorst Skrydstrup ihre letzten F-16 im Rahmen eines kleinen öffentlichen Events offiziell. Dabei kamen noch einmal fünf F-16 zum Einsatz, die sich bei einem Rundflug über Dänemark von der Bevölkerung verabschiedeten. Vier F-16 flogen als Formation den Norden Dänemarks ab und die sonderlackierte E-006 überflog den südlichen Teil des Landes.
Die Geschichte der dänischen F-16 begann in den späten 1970er-Jahren, als Dänemark gemeinsam mit Belgien, Norwegen und den Niederlanden nach einem Nachfolger für die F-104 Starfighter suchte. Alle vier Länder wurden gemeinsam die ersten Exportkunden der F-16. Zunächst bestellte Dänemark 46 F-16A und 12 F-16B, die bei SABCA in Belgien gebaut wurden. Die erste Auslieferung erfolgte Ende Januar 1980. Vier Jahre später folgte eine Nachbestellung von acht Einsitzern und vier Doppelsitzern, die bei Fokker in den Niederlanden gefertigt und zwischen 1987 und 1991 ausgeliefert wurden.
Mitte der 1990er-Jahre wurden in zwei Tranchen zusätzlich insgesamt sechs gebrauchte F-16A sowie eine F-16B aus den USA übernommen. So entstand ein bemerkenswerter Flottenmix aus Maschinen, die in drei unterschiedlichen Produktionsstätten gebaut worden waren.
Als sich abzeichnete, dass die ursprünglich geplante Nutzungsdauer deutlich überschritten werden würde, begann Dänemark gemeinsam mit Belgien, Norwegen, den Niederlanden und zunächst auch den USA mit der Entwicklung eines Mid-Life-Updates (MLU). Ziel war es, die vorhandenen Maschinen aufzuwerten und langfristig einsatzfähig zu halten. Während die USA sich später gegen eine Teilnahme entschieden, wurden Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre alle verbliebenen 61 dänischen F-16 in Aalborg entsprechend modernisiert.
Im Laufe ihrer Dienstzeit nahmen die dänischen F-16 an mehreren Auslandseinsätzen teil, darunter die Operation Allied Force im Jahr 1999 sowie die Operation Enduring Freedom in den Jahren 2002 und 2003. Letztere erfolgte im Rahmen eines gemeinsamen Deployments mit den Niederlanden und Norwegen und zeigte eindrucksvoll, wie gut die Zusammenarbeit der europäischen F-16-Nutzer auch im Einsatzfall funktionierte.

Die F-16AM E-605 war Teil der Abschiedsformation. Hier bei einer früheren Landung in Skydstrup.

Die F-16BM ET-197 bei der Landung in Kleine-Brogel (Belgien) 2024.
Insgesamt absolvierten die dänischen Fighting Falcons über 360.000 Flugstunden. Dabei gingen lediglich zehn Maschinen durch Unfälle verloren, zwei Piloten kamen ums Leben. Gerade im Vergleich zu anderen Luftstreitkräften dieser Ära, stellt dies eine sehr gute Sicherheitsbilanz dar.
Mit der Außerdienststellung endet nun zwar eine Ära, doch für einige F-16 beginnt noch ein weiteres Kapitel – teilweise sogar ein zweites oder drittes Leben. Seit 2024 wurden bereits mehrere Maschinen an die Ukraine abgegeben, um dort die ukrainischen Luftstreitkräfte im Kampf gegen russische Streitkräfte zu unterstützen. Darüber hinaus werden weitere F-16 an Argentinien übergeben, von denen die ersten sechs bereits Ende des vergangenen Jahres überführt wurden. Weitere Maschinen warten derzeit noch in Skrydstrup auf ihren Überführungsflug und sollen in den kommenden Monaten regelmäßig fliegen, um ihre Einsatzbereitschaft bis zur Übergabe aufrechtzuerhalten. So besteht durchaus weiterhin die Chance, auch in näherer Zukunft noch eine F-16 am Himmel über Dänemark zu sehen.
Text: Marc Rosenkranz
Bilder: Marc Rosenkranz
Bitte beachtet, dass es sich bei den Bildern in dem Artikel lediglich um Symbolbilder aus dem Archiv handelt, da niemand von uns bei der Veranstaltung vor Ort war.
