
Belgian Air Force Days 2026
10.07.2026
Nach dreijähriger Pause veranstalteten die belgischen Luftstreitkräfte am 27. und 28. Juni wieder ihre Belgian Air Force Days (BAF Days), diesmal auf der Air Base Florennes. Damit kehrte die Veranstaltung nach zehn Jahren erstmals wieder in den Süden Belgiens zurück. Spätestens nach der Absage des RIAT, die eine große Lücke in den europäischen Airshow-Kalender riss, wurden die BAF Days für viele Spotter zur Pflichtveranstaltung. Angesichts des hochkarätigen Line-ups wurde die Veranstaltung dieser Rolle größtenteils gerecht.
Das Teilnehmerfeld bot von Beginn an zahlreiche Highlights. Je zwei griechische und türkische F-4 Phantom II – darunter eine griechische Maschine auch im Flying Display – findet man selbst beim RIAT nur äußerst selten. Weitere Höhepunkte wie die drei vergleichsweise neuen portugiesischen A-29 Super Tucano oder das Rafale Solo Display der französischen Armée de l'Air et de l'Espace rundeten das Programm ab. Zwar mussten – wie bei nahezu jeder Airshow – einige angekündigte Teilnehmer kurzfristig absagen, dennoch blieb ein mehr als attraktives Line-up bestehen.
Das Wochenende bestand aus zwei öffentlichen Besuchertagen am Samstag und Sonntag sowie einem Spotter Day am Freitag. Während die Tageskarten für Erwachsene an den beiden Publikumstagen jeweils 18 Euro kosteten, schlug der Spotter Day mit 50 Euro zu Buche und versprach deutlich bessere Fotomöglichkeiten.
Allerdings trafen zahlreiche Gastflugzeuge – darunter auch alle vier F-4 Phantom II – bereits am Mittwoch und Donnerstag in Florennes ein. Da am Freitag lediglich ein Rehearsal des griechischen Phantom-Displays stattfand, waren die Phantoms während des Spotter Days praktisch nicht mehr zu fotografieren. Dies sorgte bei vielen Besuchern für berechtigten Unmut, da eine entsprechende Information seitens der Veranstalter im Vorfeld wünschenswert gewesen wäre. Positiv hervorzuheben bleibt jedoch, dass die Fotopositionen – insbesondere am Vormittag – deutlich näher an der Start- und Landebahn lagen als an den beiden Besuchertagen. Ob dies den höheren Eintrittspreis rechtfertigte, bleibt letztlich eine subjektive Einschätzung.
Zusätzlich machte die außergewöhnliche Hitze während der gesamten Veranstaltungswoche sowohl Besuchern als auch Teilnehmern zu schaffen. Die Organisatoren reagierten mit Wasserstationen, zusätzlichen Schattenbereichen und weiteren Maßnahmen auf die Wetterlage, konnten die Belastung jedoch naturgemäß nur begrenzt abmildern.


Für Luftfahrtinteressierte bot die Veranstaltung zudem einige interessante Premieren. Erstmals öffentlich präsentiert wurden die neuen lasergelenkten 70-mm-Raketen für die belgischen F-16, die künftig zur Drohnenabwehr eingesetzt werden sollen. Ebenfalls erstmals vor großem Publikum zu sehen war der neue Airbus H145M LUH der belgischen Luftstreitkräfte, der erst wenige Tage zuvor in Beauvechain offiziell übernommen worden war und künftig die Agusta A109 ersetzen soll.
Darüber hinaus stellten die belgischen Luftstreitkräfte die neue Lackierung ihrer Pilatus PC-7 MkX vor. Einer der neuen Trainer war bereits als ziviler Demonstrator vertreten. Ab dem kommenden Jahr wird dieses Muster die mittlerweile in die Jahre gekommenen SF.260 Marchetti als Schulflugzeug ablösen.





Text: Marc Rosenkranz
Bilder: Marc Rosenkranz
