
Air Defender 2027 –
Größte europäische Luftwaffenübung kehrt zurück
Größte europäische Luftwaffenübung kehrt zurück
26.08.2026
Nach dem großen Erfolg der multinationalen Luftwaffenübung Air Defender 2023 laufen inzwischen die Vorbereitungen für die nächste Ausgabe. Vom 3. bis 14. Mai 2027 wird die Luftwaffe mit der Air Defender 2027 erneut eine groß angelegte multinationale Übung ausrichten. Auch wenn viele Details derzeit noch nicht feststehen, zeichnet sich bereits jetzt eine Veranstaltung in einer ähnlichen Größenordnung wie Air Defender 2023 ab.
Auf unsere Nachfrage konnte ein Luftwaffensprecher bestätigen, dass die bisherigen Planungen Zusagen von 22 teilnehmende Nationen, rund 200 Luftfahrzeuge und ca. 8000 Soldatinnen und Soldaten umfassen. Welche Nationen und Luftfahrzeuge konkret teilnehmen könne man allerdings noch nicht veröffentlichen, da sich die Übung aktuell noch in einem relativ frühen Planungsstadium befindet. Erst im vierten Quartal 2026 werden die letzten Teilnahmemeldungen aufgenommen und die Planungen finalisiert, sodass Anfang 2027 mit neuen Informationen zu rechnen ist. Allerdings stellen die aktuellen Zahlen auch ungefähr das Mengengerüst, dass die ausrichtenden Standorte tragen können.
Die Standorte für die kommenden Übung werden Jever, Hohn, Jagel, Laage und Wunstorf. Damit fällt im Vergleich zur ersten Ausgabe 2023 der südliche Anteil in Lechfeld weg und Jever wird hinzukommen. Letzteres ist besonders interessant, da Jever erst kürzlich wieder für Flugbetrieb reaktiviert wurde. Für Spotter ist dies prinzipiell eine gute Nachricht, da sich die Standorte der Übung damit ausschließlich auf den norddeutschen Raum konzentrieren und somit einfacher im gegebenen Zeitraum zu besuchen sind. Noch heißt es somit noch etwas Geduld zu bewahren und auf weitere Informationen zu warten. Nichtsdestotrotz kann man jetzt schon davon ausgehen, dass es hochspannende Wochen werden.
Air Defender 2023- ein Rückblick
Erstmalig wurde diese Übung im Jahr 2023 durchgeführt und stellte als Szenario einen Überfall aus dem Osten dar, nachdem Deutschland den NATO-Bündnisfall nach Artikel 5 ausgerufen hätte. Über 200 Luftfahrzeuge, größtenteils aus den USA, wurden daraufhin nach Deutschland verlegt und stellte sich simuliert als sogenannte „First Responder“ den angreifenden Kräften entgegen, sicherten kritische Infrastruktur wie den Rostocker Hafen sowie weitere Operationsziele, teilweise sogar an weiter entfernten Orten wie Rumänien oder dem Baltikum. Während der Großteil der Kampfflugzeuge von den Standorten Jagel und Hohn im Norden sowie Lechfeld im Süden operierte, diente Wunstorf als Logistikdrehkreuz, wo Material mit strategischen Transportflugzeugen (meist C-17 Globemaster) angeliefert wurde und anschließend mit taktischen Transportern wie C-130 Hercules auf die Standorte verteilt wurde. Außerdem nahmen zahlreiche weitere Standorte in Deutschland mit kleineren Übungsanteilen teil, so bspw. Geilenkirchen wo zwei KC-46 Tankflugzeuge operierten oder Nörvenich von wo aus einige Zieldarsteller der Firma Top Aces als Feinddarstellung flogen.
Für Spotter blieben vor allem die Standorte Jagel und Hohn besonders in Erinnerung, die den Großteil der Kampfflugzeuge aufnahmen und aufgrund der örtlichen Begebenheiten für Spotter besonders interessant waren. Beide Plätze liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt und vor allem Hohn bietet überragende Beobachtungs- und Fotomöglichkeiten von außen.

Air Defender 2027 dürfte bereits jetzt zu den interessantesten Terminen im europäischen Militärluftfahrtkalender des kommenden Jahres gehören. Mit rund 200 geplanten Luftfahrzeugen aus 22 Nationen und etwa 8.000 beteiligten Soldatinnen und Soldaten verspricht die Übung erneut eine beeindruckende Größenordnung.
Besonders spannend wird dabei die Verteilung der teilnehmenden Luftfahrzeuge auf die fünf Standorte. Mit Jever kommt ein erst kürzlich reaktivierter Standort hinzu, während der Schwerpunkt der Übung diesmal vollständig im Norden Deutschlands liegen wird. Welche Nationen und Flugzeugtypen letztlich tatsächlich teilnehmen werden, dürfte sich allerdings erst in den kommenden Monaten konkretisieren.
Für Spotter heißt es daher zunächst: Geduld bewahren, Entwicklungen verfolgen und den Mai 2027 schon einmal im Kalender markieren.
Text: Marc Rosenkranz
Bilder: Marc Rosenkranz
