Zum Hauptinhalt springen

14. Juli in Frankreich – Mehr als nur die Parade über Paris

21.07.2026

Wie in jedem Jahr wurde der französische Nationalfeiertag am 14. Juli unter anderem mit einer großen Militärparade auf der Champs-Élysées in Paris gefeiert. Traditionell nehmen daran auch zahlreiche Luftfahrzeuge der französischen Streitkräfte sowie verbündeter Nationen teil. Mit insgesamt 96 Flugzeugen und 26 Hubschraubern fiel der fliegerische Anteil der Parade in diesem Jahr besonders umfangreich aus. Vor allem die französischen Gastgeber präsentierten in verschiedenen Formationen und mit unterschiedlichen Bewaffnungskonfigurationen die vielfältigen Fähigkeiten ihrer Luftstreitkräfte.

Während der eigentliche Überflug über Paris in einer gewissen Höhe stattfindet und sich für Luftfahrtfotografen überwiegend für Formationsaufnahmen eignet, lohnt sich am 14. Juli sowie bereits am Vortag auch ein Besuch der umliegenden Luftwaffenstützpunkte. In diesem Jahr startete der Großteil der Kampfjets sowie einige Transportflugzeuge von der Base Aérienne 105 Évreux. Die Heeresflieger operierten von Chartres, während die Hubschrauber der Armée de l'Air et de l'Espace sowie der Marineflieger von Villacoublay aus starteten. Lediglich die Marineflieger, die Airbus A400M und die E-3F AWACS flogen direkt von ihren jeweiligen Heimatbasen.

Auch die Flugzeuge der Gastnationen nutzten verschiedene Basen. Griechenland entsandte zwei Rafale, Spanien zwei F/A-18 und Polen zwei F-16, die ebenfalls von Évreux aus operierten. Je ein Airbus A400M der Royal Air Force und der deutschen Luftwaffe starteten dagegen von der französischen A400M-Basis in Orléans. Ein deutscher Eurofighter, eine schwedische Gripen sowie jeweils eine dänische und britische F-35 flogen ohne Zwischenlandung direkt von ihren Heimatbasen.

Da die Hubschrauber ihren Überflug in der Regel nach den Flächenflugzeugen absolvieren, lässt sich der Nationalfeiertag hervorragend nutzen, um zwei Standorte miteinander zu kombinieren. Nach den Starts der Jets bleibt ausreichend Zeit, um rechtzeitig zur Rückkehr der Hubschrauber den Standort zu wechseln. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass die meisten Flugzeuge nach dem Überflug direkt zu ihren Heimatbasen zurückkehren und nicht erneut in Évreux landen. In diesem Jahr konzentrierten wir uns daher auf die Standorte Évreux und Villacoublay.

BA 105 Évreux

Wie bereits erwähnt, starteten der Großteil der Kampfjets, die Kunstflugstaffel Patrouille de France sowie die CASA CN-235 und die C-130J Hercules von der Base Aérienne 105 Évreux. Besonders lohnenswert war dabei der Vortag, an dem neben den Teilnehmern des Überflugs auch deren Ersatzmaschinen sowie die Support-Flugzeuge der ausländischen Teilnehmer eintrafen. Insgesamt konnten so 25 Rafale und 22 Mirage 2000 in ihren verschiedenen Versionen sowie sieben Gastflugzeuge beobachtet werden.

Die Landungen fanden überwiegend am Nachmittag statt, während die Starts zum Nationalfeiertag in den Morgenstunden erfolgten. Die Fotomöglichkeiten sind auf beiden Seiten des Flugplatzes gut, wobei die östliche Seite etwas bessere Bedingungen bietet.

BA 107 Villacoublay

Die Base Aérienne 107 Villacoublay liegt noch näher am Pariser Stadtzentrum und ist deutlich kleiner als Évreux. Aufgrund ihrer Lage wird sie hauptsächlich von den beteiligten Hubschraubern sowie für Flüge mit Staatsgästen (u.a. dem ukrainischen Präsidenten Selensky) genutzt. Zusätzlich operierten von hier einige Pilatus PC-21 und AS555 Écureuil, die im Rahmen der Luftraumüberwachung über Paris eingesetzt wurden.

Die Hubschrauberformationen der Luftstreitkräfte, Marineflieger und Gendarmerie umfassten nahezu sämtliche aktuell genutzten Hubschraubermuster der jeweiligen Betreiber. Eine vollständige Übersicht findet ihr weiter unten im Artikel.

Besonders bemerkenswert war der gemeinsame Formationsflug einer H225 Caracal mit einer SA330B Puma, der zugleich einen Generationenwechsel symbolisierte. Die verbliebenen Puma sollen in naher Zukunft vollständig durch die H225 Caracal ersetzt werden.

Ebenfalls vertreten war eine Airbus H160 der französischen Rüstungsbehörde DGA. Das Muster gehört erst seit dem vergangenen Jahr zur Flotte der Behörde. Die gezeigte Maschine war die erste an die DGA ausgelieferte H160 und wird sowohl an der renommierten Testpilotenschule EPNER in Istres als auch für die Erprobung neuer Systeme und Ausrüstung eingesetzt. Während die französische Marine bereits übergangsweise mehrere geleaste zivile H160 für Such- und Rettungseinsätze betreibt, sollen in den kommenden Jahren zahlreiche H160M Guépard in allen Teilstreitkräften verschiedene ältere Hubschraubermuster ersetzen.

Fazit

Der französische Nationalfeiertag bietet sowohl in Paris als auch auf den umliegenden Luftwaffenstützpunkten hervorragende Möglichkeiten, zahlreiche Flugzeuge und Hubschrauber der französischen Streitkräfte sowie ihrer internationalen Partner aus nächster Nähe zu erleben. Insbesondere für Militärluftfahrt-Spotter stellt der 14. Juli eine ausgezeichnete Gelegenheit dar, den eigenen Log um zahlreiche Maschinen der französischen Streitkräfte zu erweitern.

Text: Marc Rosenkranz
Bilder: Marc Rosenkranz

nach Oben